Rechtfertigungen des Krieges … oder wie man in einer Demokratie einen zweifelhaften Krieg einleitet.

Mir geht es darum, die ausschlaggebenden Rechtfertigungen gegenüber der Bevölkerung aufzulisten, einen eher zweifelhaften Krieg zu beginnen.

Es ist schon interessant einmal die offiziellen Begründungen für den Kriegseintritt demokratischer Systeme aufzulisten. Hatten zuvor noch Despoten und Monarchen kaum eine Rechtfertigung nötig ist in einer represantativen Demokratie zumindest eine Erklärung vorrausgesetzt. Die Volksvertreter müssen also ihre Handlungen begründen und ihrem Volk die Dringlichkeit und Unausweichlichkeit der Entscheidung vermitteln. Die dazu eingesetzten dramaturgischen Mittel wollen wir im nachfolgendem mal am Beispiel Vietnam anschauen (der Irak verhält sich ja ähnlich):

Am 31. Juli 1964 griff ein südvietnamesisches Sabotagekommando im Rahmen von „OPLAN34“ zwei nordvietnamesische Inseln an. Am 1. August lief das US-Kriegsschiff USS Maddox in den Golf von Tonkin ein, um die Vietnamesische Volksarmee (PAVN) elektronisch auszuforschen. Aus ungeklärten Gründen entsandte Nordvietnams Küstenwache am 2. August drei Schnellboote zur Maddox. Diese fürchtete einen Torpedoangriff, eröffnete das Feuer, versenkte eins der Boote, beschädigte die übrigen und meldete diesen „Tonkin-Zwischenfall“ der US-Regierung. Am 4. August meldete die USS Turner Joy (DD-951) während eines Gewitters irrtümlich weitere Torpedoangriffe, zog die Meldung aber zurück. Die NSA legte Johnson nur jene 10 % des für den Zwischenfall relevanten Funkverkehrs vor, die einen Angriff nahelegten.[63] Johnson ordnete am selben Abend erste Luftschläge auf Hanoi an und begründete diese im US-Fernsehen als Vergeltung für „wiederholte unprovozierte Gewaltakte“. Die Beteiligung der US-Kriegsschiffe an Sabotageaktionen wurde dem Kongress verheimlicht. Staatssekretär George Ball gab später zu, dass sie in den Golf von Tonkin entsandt worden waren, um einen Kriegsgrund zu provozieren. Die sofortigen Vergeltungsschläge waren seit Monaten vorbereitet gewesen.[64]

Auszug aus Wikipedia –

Fazit

Mir ist klar das  viele der Begründungen in den Demokratien im Nachgang aufgearbeitet und in den größeren historischen Zusammenhang gestellt wurden. Ich finde es nur bedauerlich festzustellen, dass diese „wahren“ Gründe, meist nicht im Voraus genügt hätten um dem Volk den Krieg schmackhaft zu machen. Es dedarf also einer Dramaturgie und Demagogie des Krieges. Es ist eine Verführung zum Selbstbetrug die fatale Konsequenzen auf das demokratische Denken und Handeln hat, denn schliesslich beweisen wir als Volk, wie leicht es ist, uns zu manipulieren!